Photographie Manfred Rößmann

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PLATZ DES 8. MAI 1945

VORPLATZ DLM - DEUTSCHES LEDERMUSEUM

MERKANTILES GESCHEHEN, DÜSTERES KAPITEL UND KULTUR

Das Kerngebäude des heutigen DLM Deutschen Ledermuseums wurde ursprünglich als Lagerhalle für die von 1829 bis 1836 stattfindende Messe in Offenbach erbaut, die aus auf der Straße aufgestellten Verkaufsständen bestand. Diese überstrahlte zeitweise die traditionsreiche Frankfurter Messe, da die Stadt Frankfurt dem Allgemeinen Zollverein nicht beigetreten war. Mit dem Beitritt Frankfurts 1836 kehrten jedoch die meisten Messebeschicker wieder dorthin zurück. Erst im Jahre 1938 wurde das Gebäude als repräsentatives Museum eröffnet. Der Direktor des Ledermuseums und Leiter der damaligen Meisterschule des deutschen Handwerks (heute Hochschule für Gestaltung Offenbach), Prof. Hugo Eberhardt, entwarf den Bau selbst. Inzwischen beherbergt das moderne DLM eine sehenswerte Sammlung u.a. aus den Bereichen der Angewandten Kunst und Ethnologie. Heute ist dieser Platz nicht nur Museumsvorplatz, sondern vor allem auch namentlich ein Ort des Gedenkens an das Ende des 2. Weltkriegs und die Verbrechen der Nationalsozialisten. Überdies befand sich in direkter Nachbarschaft das Gefängnis der Geheimen Staatspolizei (Gestapo), wo nun das moderne Gebäude der Industrie- und Handelskammer steht. MARC ASCHENBRENNER

 

MARC ASCHENBRENNER

Was braucht es zum Leben? Namentlich vom Platz des 8. Mai 1945 inspiriert – dem Tag der Befreiung vom Naziregime – reflektiert Marc Aschenbrenner mit seiner Installation die Minimalanforderungen, die ein Menschenleben braucht. Eingebettet in ein gitterartiges Netz aus Gurten spannt er farbiges Tuch. Die textilen Elemente verbinden sich in Teilen zu einer geometrisch-homogenen Fläche, während sie an anderen Stellen durch das Raster gefallen zu sein scheinen. Aschenbrenner knüpft an den durch Krieg bedingten Verlust des Obdachs an, was vor dem Hintergrund der Flüchtlingswelle eine neue Aktualität erfährt. Die Installation versinnbildlicht die Sensibilität und Fragilität des sozialen Zusammenlebens, das sich schnell von einer stabilen Situation in deren Gegenteil wandeln kann. Zwischen Aufbau und Auflösung navigiert sich der Künstler in einer Performance durch das Raster, bei der er sich körperlich durch die Quader der Gurte windet, die in ihrer Struktur gleichermaßen einen Halt sowie eine Lücke bilden. Die vom Künstler hergestellte Ganzkörperkleidung gibt durch kleine Löcher die zuvor eingefüllte Farbe ab. Sein Körper hinterlässt farbige Spuren als sichtbares Fragment des Verlorenen.

Quelle: Faltblatt WWW.HIDDENVIEW.DE (23.08.2016)

Sollte es seitens der Künstler, Organisatoren oder Texter Bedenken dazu geben, dass die Texte des Faltblattes auf meiner HeimSeite zitiert werden, bitte ich um Mitteilung.

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